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ARCHIV >>> WALDSCHADENSBERICHTE >>> 2003

Die Bundesregierung hat den neuesten Bericht über den Zustand des Waldes vorgelegt. Im folgenden zitiere ich aus dessen Kurzfassung. Weitergehende Informationen finden Sie auf der Web-Seite der Bundesregierung. Insbesondere können Sie dort auf Informationen über den Einfluß von Schadstoffen, Witterung und anderer Organismen finden.

Grundsätzliches zum Verständnis des Berichtes
Im Bericht für das Jahr 2002 wurden aus der in der Vergangenheit üblichen 3-stufigen Schadensklassifizierung eine 4-stufige. Diese neue Einteilung wurde auch im Jahre 2003 beibehalten.

Die Zahlen habe ich sowohl für die Gesamtschadensentwicklung als auch für die vier häufigsten Baumarten als Grafik dargestellt. Dadurch lädt die Seite zwar etwas länger, aber die eigentliche Entwicklung wird viel deutlicher, als wenn ich eine Prozentzahl nach der anderen aufführe.

Der Zustand des Waldes wird mittels eines so genannten forstlichen Umweltmonotorings im Laufe eines Jahres ermittelt. Erhoben werden die Daten seit 1984. Sichere Aussagen lassen sich also nur für diese Zeitspanne machen und Fragen, wie der Zustand der Wälder vor 50 oder 100 Jahren war, lassen sich nicht ohne weiteres beantworten. Ohne etwas verharmlosen zu wollen, scheint mir die Frage, was ist eigentlich normal bzw. wie viel Prozent der Bäume sind auch in einem gesunden Wald krank, nur schwer zu beant-worten zu sein. Unklar ist ebenfalls, wie lange es dauert bis eine Maßnahme, zum Beispiel Verringerung der industriellen Schadstoffemission, tatsächlich Wirkung zeigt. Auch scheint mir unklar, ob die einzelnen Baumarten Schädigungen aus dem selben Grund aufweisen, oder ob es unterschiedliche Gründe sind. Denn offensichtlich reagieren die einzelnen Baumarten im zeitlichen Ablauf sehr unterschiedlich, vgl. hierzu weiter unten die Ergebnisse.

Hauptmerkmal bei der Schadensermittlung ist der Zustand der Baumkronen, das heißt gemessen wird der Verlust an Blättern bzw. Nadeln in den Kronen.

Aufgenommen wurden die Daten im Jahr 2003 an 13.572 Probebäumen, die sich auf 447 verschiedenen Standpunkten befinden im gesamten Bundesgebiet befinden. Beurteilt wird der Zustand von 38 Baum-arten, allerdings entfallen 85% aller Probebäume auf die vier am weitesten verbreiteten Baumarten Deutschlands, nämlich die Fichte, dieKiefer, die Buche und die Eiche.

Ergebnisse
Die häufigste heimische Baumart ist die Fichte (picea abies). Sie stellt ein Drittel der bewaldeten Fläche. Analog zur Gesamtentwicklung der Waldschäden zeigt sich auch bei der Fichte, daß der Anteil der Bäume mit deut-lichen bzw. leichten Kronenverlichtungen stetig zunimmt. Was sich in den einzelnen Schadensgruppen in Zahlen ausgedrückt jeweils nur geringfügig äußert, kulminiert im Wert der Bäume ohne Schädigung. Nach einer kurzen Erholungsphase zu Anfang bis Mitte der 90er Jahre zeichnet sich nun doch ein deutlicher Abwärtstrend ab und die scheinbare Eholung in 2002 konnte sich nicht festigen. Die Bäume mit dem Schädigungsgrad "Warnstufe" haben mit einem prozentualen Anteil von 20,8% den zweithöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1984 erreicht.

Bezogen auf die Häufigkeit ist die Kiefer (pinus syvestris) mit einem Anteil an der bewaldeten Fläche von 28% die zweitwichtigste Baumart.

Im Gegensatz zur Fichte ist bei der Kiefer der Anteil der deutlich geschädigten Bäume seit 1996 mit 13% konstant. Ausnahmen gab es nur in den Jahren 1998 mit 10% und 2001 mit 14%. Deutlich steigend je-doch ist der Anteil der Bäume aus der "Warnstufe". Hier liegt der Anteil aktuell bei 53%.

Interessant scheint mir hier, daß die Kiefer offensichtlich unter den gegebenen Umständen große Schwie-rigkeiten hat, nicht geschädigt zu werden, eine eintretende Schädigung aber offensichtlich nicht zwangs-läufig zum weiteren Verfall führt.

Andere Nadelbäume
Unter die "anderen Nadelbäume" fallen vorallem die Tanne, die Lärche und die Douglasie. Bei diesen Baum-arten ist die Tendenz eindeutig negativ. Der Anteil der Bäume mit deutlicher Schädigung stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2%-Punkte von 24% auf 26%, der Anteil der Bäume aus der Kategorie "Warnstufe" sogar um 5%-Punkte auf aktuell 39%, so daß in 2003 nur noch 35% keine Schädigung aufwies. Das ist nach 1994 mit 31% und 1993 mit 33% der schlechteste Wert seit Erhebung der Daten.

Die Buche (fagus sylvatica) ist zwar die häufigste Laubbaumart, erreicht aber bereits nur noch einen Flächenanteil von 14%.

Im Gegensatz zu den beiden Nadelbaumarten verzeichnet die Buche beginnend mit dem Jahr 2000 einen Rückgang der deutlichen Schäden. Allerdings darf dieser nicht allzu hoch bewertet werden, denn der An-teil deutlicher Schädigung schwankt letztlich seit Anfang der 90er Jahre um den Wert von 30%, der auch in 2003 erreicht wurde. Eine Ausnahme bildete mit 40% das Jahr 2000 und mit 36% das Jahr 1995.

Im Grunde hat sich die Situation bei der Buche seit Beginn der 90er Jahre für alle drei Bereiche um einen Mittelwert stabilisiert.

Nur noch 9% der bewaldeten Fläche fallen auf die beiden Eichenarten Stiel- und Traubeneiche (Quercus robur und quercus petraea).

Bei den Eichen hat es in 2003 die größten Veränderungen gegeben. Während an der Anteil der Bäume aus dem Bereich "Warnstufe" leicht rückläufig ist (44% zu 45% in 2002) ist der Anteil mit deutlicher Schädi-gung sprunghaft angestiegen (39% zu 29% in 2002). Wie diese Entwicklung zu Stande kam ist unklar. Im Grunde hat sich die Situation bei den Eichen wieder auf das schlechte Niveau der 90er Jahre eingependelt.

Andere Laubbäume
Bei den "anderen Laubbäumen" sind die bedeutensten Arten die Erle, die Birke, die Esche und der Ahorn.
Auch hier herrscht unzweifelhaft eine negative Tendenz. Zwar sind die Schädigungen bei diesen Baumarten nicht so groß wie bei den "anderen Nadelbäumen", aber der Anstieg der deutlichen Schäden ist mit 5%-Punkten auf nun 18% rasanter. Der Anteil aus dem Bereich "Warnstufe" blieb konstant bei 39%, allerdings war dieser Be-reich nur in den Jahren 1993 mit 41% und 1994 mit 40% höher, so daß es zu einer Stabilisierung auf schlechtem Niveau gekommen ist. Entsprechend abgenommen hat der Anteil der Bäume ohne erkennbare Schädigung. Er beträgt derzeit noch 43%.

Auf den ersten Blick scheinen die Laubbäume gegenüber den Nadelbäumen in besserem Zustand zu sein. Das ist zutreffen, aber der Abstand verkleinert sich deutlich. Erkennbar ist dies am Wert der mittleren Kronenver-lichtung. Bei den "anderen Nadelbäumen" liegt der Wert bei 19,9% (Vorjahr 18,9%) und bei den "anderen Laubbäumen" bereits bei 17,6% (Vorjahr 15,8%).